Mittwoch, 23. November 2011

Schritte in die Stille

Die grosse Schule der Meditation

Peter Wild

Wer meditiert, merkt schon sehr bald, dass die Meditationspraxis von zwei scheinbar gegenläufigen Tendenzen lebt: diszipliniert üben und sich beschenken lassen. In seinem neuen Buch widmet sich Peter Wild vor allem der Seite des Übens. Getragen von der jahrzehntelangen Erfahrung als Leiter von Meditationsseminaren entfaltet er Schritt für Schritt konkrete Impulse für den Übungsweg der Meditation. Vielfältige Anregungen machen sensibel für die nicht-machbare Dimension der Meditation: das Beschenkt-werden.

Peter Wild arbeitet als Erwachsenenbildner in der Evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich. Freiberuflich leitet er seit vielen Jahren Meditationskurse und Seminare zur Stress- und Burnoutprophylaxe im In- und Ausland. Der Theologe, Germanist und Religionswissenschaftler ist Autor zahlreicher Bücher über Meditation und Spiritualität.

1. Auflage 2011, Grünewald, 240 Seiten, sFr. 35.50
ISBN: 978-3-7867-2886-3

zu beziehen über den Online-Shop unserer Buchhandlung

Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler
Meditationsbücher oder Bücher mit Anleitungen zur Praxis der Meditation gibt es viele. Das Buch von Peter Wild ragt daraus hervor. „Schritte in die Stille“ ist ein praktisches Übungsbuch, kein Lesestoff zum Verschlingen. Der Untertitel „Die grosse Schule der Meditation“ verspricht nicht zuviel und es ist auf allen Seiten zu spüren, dass die Erkenntnisse aus der Praxis gewachsen sind: Peter Wild leitet seit 1975 Meditationsseminare, er hat schon einiges zum Thema veröffentlicht und ist ein Fachmann in diesem Gebiet. Das Buch eignet sich für Menschen, die einen Anfang im Bereich der Meditation wagen wollen, aber auch für Geübte. Es verwebt Erfahrungen aus verschiedenen Kulturen der Menschheit auf dem Boden des christlichen Glaubens. Bestimmt muss jede Anwenderin, jeder Anwender wieder seinen eigenen Weg, seinen eigenen Stil finden: eine gute Voraussetzung ist mit diesem Titel gelegt.

Franz und Klara von Assisi

Eine Doppelbiografie

Niklaus Kuster

Seit 800 Jahren fasziniert Franziskus mit seiner Liebe zur Welt, der spirituellen Tiefe, aus der er schöpft, und der Freiheit, in der er gelebt hat. Und Klara wird heute neu entdeckt: Gerade Frauen bewundern ihre sensibel-mutige Art, trotz vieler Widerstände eine eigene Form der Jesusnachfolge zu leben. Niklaus Kuster betrachtet erstmalig und umfassend das Leben und die Spiritualität der beiden Gestalten aus Assisi in ihrem Zusammenspiel. Kenntnisreich stellt er die äußeren und inneren Wege beider Heiliger dar und ermöglicht so einen bewegenden Einblick in zwei bis heute bedeutsame Lebensgeschichten.

Niklaus Kuster, Dr. theol. ist Franziskaner und ein ausgewiesener Spezialist für Franz und Klara von Assisi. Er studierte Geschichte, Theologie und Spiritualiät, lehrt an den Universitäten Luzern und Freiburg und ist Dozent an den Ordenshochschulen Münster und Madrid. Der vielgelesene Autor und Leiter von spirituellen Reisen lebt im Kapuzinerkloster Olten/Schweiz.

1. Auflage 201, Matthias-Grünewald, 240 Seiten, sFr. 28.50
ISBN: 978-3-7867-2801-6

zu beziehen über den Online-Shop unserer Buchhandlung

Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler
Franz von Assisi ist eine der am reichsten und meisten beschriebene Persönlichkeit in der Literatur. Fast unzählig sind die Bücher über sein Leben und Wirken. Braucht es da wirklich noch ein weiteres? Kann überhaupt noch etwas neues geschrieben werden? Niklaus Kuster, Schweizer Kapuziner und Spezialist für alles rund um Franz von Assisi, gelingt ein erfrischender, interessanter Ansatz: die Lebensgeschichten von Franz und Klara von Assisi in einer historisch verlässlichen Zusammenschau darzulegen. Nichts von romantischer Überhöhung oder psychologischen Tiefendeutungen, sondern, was unter anderem auch im Zeugnis von Bruder Rufin von Assisi, einem Cousin von Klara, zum Ausdruck kommt: historisch verbürgte Überlieferung. Für alle, die Franz und Klara schon immer mochten oder nächstens eine Reise nach Assisi planen: die geeignete Nachtlektüre.

Mittwoch, 14. September 2011

Das Böse

Drei Annäherungen

Ingolf U. Dalferth, Karl Kardinal Lehmann, Navid Kermani

Die Frage nach dem Ursprung des Bösen spielt nicht nur für die Theodizee (»Warum lässt Gott das zu?«), sondern auch für das Selbstverständnis des Menschen und die Beweggründe zu (un-)moralischem Handeln eine entscheidende Rolle. Was aber ist genau unter dem Bösen zu verstehen? Wo liegt sein Ursprung?

Mit seinen drei Beiträgen, des Theologen und Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth, des früheren Dogmatik-Professors und jetzigen Bischofs Karl Kardinal Lehmann und des Orientalisten und Schriftstellers Navid Kermani, bietet dieser Band Antworten aus der Sicht verschiedener Konfessionen und Religionen. Dabei geht es u.a. um die Unterscheidung zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Übeln, um die Freiheit des Menschen und seine Verantwortung für das Böse und um die Tradition der Gottesklage im Islam.

1. Auflage 2011, Herder, 118 Seiten, sFr. 24.50
ISBN: 978-3-451-34057-4

zu beziehen über den Online-Shop unserer Buchhandlung

Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als Innen

Lebensbilder der Mystik im 20. Jahrhundert

Gerhard Wehr

Mystische Erfahrung ist das Urphänomen allen religiösen Erlebens. Und nicht nur im Mittelalter machten Menschen Erfahrungen mit dem Urgrund des Seins.

Gerhard Wehr stellt 25 Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts vor, die in das Herz aller Religion eindrangen und ihr Leben und Denken im Horizont dieses Bewusstseins gestalteten. Rudolf Steiner, C.G. Jung und Martin Buber, Albert Schweitzer, Rilke, Teilhard de Chardin, Simone Weil, Dag Hammarskjöld, Dorothee Sölle und zahlreiche andere: Wehr erzählt die Biografie dieser Menschen, lässt sie in O-Tönen zu Wort kommen und erschliesst so die Grundlinien ihrer Erfahrungen und ihres Denkens. Ein kleines, lebendiges Handbuch als Ermutigung für die, die eigene Wege in die innere Welt suchen.

1. Auflage 2011, Vandenhoeck & Ruprecht, 176 Seiten, sFr. 21.90
ISBN: 978-3-525-40334-1

zu beziehen über den Online-Shop unserer Buchhandlung

Kommentar von Christina Herzog, CiG:
In den 25 Lebensbildern, die Gerhard Wehr nachzeichnet, geht es um Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die in ihren Biografien, Berufen, Interessen und Überzeugungen unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines teilen: die Sehnsucht und das Ergriffensein in der erlebten Gegenwart Gottes. Auch wenn man eine Begründung des Autors zur Auswahl der betreffenden Personen erwarten würde und sich leider nur zwei Frauen, Simone Weil und Dorothee Sölle, darin finden, überrascht die Zusammenstellung: Hier geht es nicht um weltfremde Sonderlinge, sondern um Personen, die ihr Menschsein mitten in der Welt wie Dietrich Bonhoeff er als „Dasein für andere“ leben. Politiker wie Dag Hammarskjöld,
Wissenschaftler wie Pierre Teilhard de Chardin oder Albert Schweitzer, Theologen wie Nathan Söderblom – sie alle schöpfen Kraft aus dieser inneren Quelle der persönlichen und unmittelbaren Gotteserfahrung. Stimmen aus der Dichtung wie Rainer Maria Rilke und Robert Musil zeigen, wie dieses tiefe religiöse Erleben seinen Ausdruck in der Poesie findet. Auch die östlich-fernöstliche Mystik und Spiritualität beeinflussen und beleben durch ihre vielgestaltigen Formen der Meditation, durch Yoga und Zen die westliche Religiosität. Wie die „Hochzeit von Ost und West“ gefeiert werden kann, ohne die je eigene Identität zu verlieren, wird eindrücklich an Beispielen wie Bede Griffiths, Hugo Enomiya-Lassalle oder dem hindu-christlichen Mönch Henri Le Saux gezeigt. Hier geht es nicht um Synkretismus oder Exotik, sondern um die Offenheit gegenüber einer religiösen Erlebensform, die nicht fremd und neu, sondern seit Beginn auch im Christentum verwurzelt ist.

Kämpfen, glauben, hoffen

Mein Leben Als Bischof am Amazonas

Erwin Kräutler

Todesdrohungen und eine Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis - Erwin Kräutler lebt mit beidem. Er ist Bischof in Xingu, einem der grössten Bistümer der Welt, mitten im brasilianischen Urwald. Dort kämpft er seit mehr als vierzig Jahren für die Rechte der Armen und Hilflosen.

In einer Art Tagebuch blickt Erwin Kräutler zurück auf 45 Jahre gewaltlosen Kampfes gegen skruppellose Politiker, einflussreiche Grossgrundbesitzer und all jene, die auf Kosten der Armen zu Reichtum kommen wollen. Seit den 1980er-Jahren wird er für seine Forderungen nach einem Leben in Würde für alle Menschen politisch verfolgt. Doch er lässt sich nicht beirren und gibt allen Ausgegrenzten und Stimmlosen Brasiliens eine Stimme.

Dieses Buch ist das Zeugnis eines Mannes, dessen Leben sich in beispielhafter Weise nach den Idealen des Evangeliums richtet - ein Leben geprägt von kämpfen, glauben, hoffen.

Bischof Erwin Kräutler, geboren 1939, kam 1965 als Missionar nach Brasilien. Seit 1980 ist er Bischof von Xingu und setzt sich dort für Umweltschutz und die Rechte der indigenen Völker ein. 2010 erhielt er für seine Arbeit den Alternativen Nobelpreis.

1. Auflage 2011, Vier Türme, 256 Seiten, sFr. 27.50
ISBN: 978-3-89680-534-8

Mittwoch, 6. Juli 2011

Afrika als Weltreligion

Zwischen Vereinnahmung und Idealisierung

Al Imfeld

Afrikanische Spiritualität gilt in der europäischen Wahrnehmung als Folklore, die teils fasziniert, teils aber auch befremdet. Al Imfeld, einer der grössten Afrikakenner Europas, gibt in diesem Buch zum ersten Mal einen breiten Einblick in das vielseitige religiöse Brauchtum Schwarzafrikas. Er stellt dieses auf eine Ebene mit den Weltreligionen Islam und Christentum. Nebst den Einflüssen anderer Religionen auf die traditionellen Religionen Afrikas widmet sich dieses Buch auch der Sklaverei und dem Exil, wo die Afrikaner in der Verschmelzung mit anderen Kulturen ihre Religion weiterentwickelten.

Es ist ein stark biografisch gefärbtes Buch, das die vielen persönlichen Begegnungen des Autors mit Afrika und all seinen Widersprüchen spiegelt.

1. Auflage 2011, Stämpfli, 192 Seiten, sFr. 39.00
ISBN: 978-3-7272-1314-4

zu beziehen über den Online-Shop der Buchhandlung Klosterplatz

Weg-Worte

aus der Bahnhofkirche für 260 Werktage im Jahr

Toni Zimmermann und Roman Angst

Worte auf den Weg in den Tag. Worte, die gut tun und Mut machen. Worte, die berühren und bewegen. Und herausfordern. Worte aus dem Leben und für das Leben.
Die Weg-Worte der ökumenischen Bahnhofkirche Zürich sind ein kurzer spiritueller Impuls für den Weg in den Alltag, von Montag bis Freitag, Woche für Woche. Für Pendler, Reisende, Bahnhofsangestellte, Menschen aller Religionen und Konfessionen. Fotos rund um den Bahnhof zeigen Momente aus der Vielfalt an Leben, das sich an diesem oft pulsierenden Mittelpunkt einer Stadt antreffen lässt.

1. Auflage 2011, Theologischer Verlag Zürich, 336 Seiten, sFr. 35.00
ISBN: 978-3-290-20070-1

zu beziehen über den Online-Shop der Buchhandlung Klosterplatz

Rezension: Christian Meyer, Buchhändler:
Die Lage der Bahnhofkirche in Zürich ist symptomatisch für die Lage der Kirchen insgesamt: der gewöhnlich Reisende muss sie schon willentlich aufsuchen, sonst stösst er eher zufällig darauf oder findet sie gar nicht. Umso beeindruckender ist die grosse Zahl von Menschen, die dieses Angebot wahrnehmen. Und bereichert werden. Im Rahmen dieser Arbeit darf ein Renner nicht fehlen: die Weg-Worte. Sie haben sogar ein Stammpublikum, die keines der Worte in den Tag verpassen. Nicht jeder Text ist immer gleich gut gelungen und nicht jeder Text passt zu jeder Situation. Für ein Bahnhofspublikum zu schreiben ist aber auch eine grosse Herausforderung: die Vielfältigkeit ist enorm. Wenn einige Weg-Worte nun in Buchform versammelt vorliegen, dient es dazu die Texte in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen und den für einem selber für den jeweiligen Tag entsprechendsten auszuwählen.