Mittwoch, 29. Juni 2011

Das katholische Abenteuer

Eine Provokation

Matthias Matussek

Aus seiner katholischen Grundüberzeugung hat SPIEGEL-Autor Matthias Matussek nie einen Hehl gemacht. Er hält der hedonistischen Moderne in einem Essay über die „Sieben Todsünden“ eine politisch inkorrekte Gardinenpredigt. Er erläutert, warum Lügen in der Politik nicht lohnen. Er beschreibt die Nacht, in der der alte Papst starb, und beobachtet den neuen beim Besuch in dessen Heimatdorf. In Reportagen schildert er Baptisten und orthodoxe Juden in den USA, Favela-Priester in Rio de Janeiro und das Glaubensduell der Hitchens-Brüder in Grossbritannien.

Da der Glaube eine persönliche Angelegenheit ist, ist auch dieses Buch eine: Matussek erzählt, wie er wurde, was er ist – und legt, auf seine Art, Zeugnis ab.

1. Auflage 2011, Spiegel-Buchverlag, 368 Seiten, sFr. 30.90
ISBN: 978-3-421-04514-0

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Kommentar von Ulrich Greiner aus "DIE ZEIT":

Nieder mit der Ironie!
Matthias Matussek verteidigt die katholische Kirche. Unser ironisches Zeitalter ist Bekenntnissen nicht hold. Sichtbar Gläubige, am ehesten unter Muslimen zu finden, kommen einem leicht peinlich oder atavistisch vor. Unter Christen jedenfalls herrscht die Neigung, sich schamhaft zu verbergen oder die Botschaft ins Weltlich-Bekömmliche hinein zu verdünnen.
Anders Matthias Matussek, überzeugter Katholik, überzeugter Spiegel- Redakteur und folglich ebenso streitlustig wie streiterprobt. In seinem Buch Das katholische Abenteuer. Eine Provokation bricht er zahlreiche Lanzen für die katholische Kirche, gerade für ihre schwierigsten Seiten, und lässt den Leser belebt zurück, belebt durch Unerschrockenheit und Witz, durch Leidenschaft und Kenntnis. Matussek erklärt den Begriff der Sünde, verteidigt den Zölibat und die nichtdemokratische Verfasstheit der Kirche, schwärmt für ihre transzendentale, mit dem gängigen Relativismus unvereinbare Wahrheit, nimmt polemisch Partei in der Islamdebatte (für Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali, gegen Christian Wulff ). Einmal zitiert er den späten Benn: "Ich habe mich oft gefragt, woher das Sanfte und das Gute kommt, weiss es auch heute nicht, und muss nun gehen."  Ja, woher kommt es? Es kann nur ein Wunder sein, ein Mysterium. Matussek, der einer zugleich liberalen und erzkatholischen Familie entstammt, hat jene dumpfe Verdruckstheit, gegen die Heinrich Böll gekämpft hat, offenbar nicht erlebt oder gnädig übersehen. Sein Buch ist eine Streitschrift, da schenkt man sich die Argumente des Gegners. Gegner hat die Kirche genug; selten und schön, dass einer mit Lust und Schwung daherkommt, ihr beizustehen.“

Mittwoch, 1. Juni 2011

Vom Geist des frühen Christentums

Den Ursprung wissen - das Ziel nicht verfehlen

Jörg Zink kehrt mit diesem Buch zu den Quellen seines Wirkens zurück: Der Erschliessung der Bibel für Menschen heute. Es entführt uns in die Zeit Jesu und der Entstehung des Neuen Testaments. Mit einer unglaublichen Lebendigkeit erzählt Zink von dem, was jeden beschäftigt, der die Bibel in die Hand nimmt: Wie ist die Bibel entstanden? Welches sind die ursprünglichsten Schriften des Neuen Testaments? Und wo sind wir der ursprünglichen Botschaft Jesu besonders nahe? Dabei bleibt Zink nicht in der Historie stecken, sondern entwickelt Visionen für die Zukunft des Christentums und setzt sich kritisch mit der Kirchenlandschaft von heute auseinander.

»Vom Geist des frühen Christentums« ist ein Grundlagenwerk über die Wurzeln des christlichen Glaubens und die Zukunft der Religion.

1. Auflage 2011, Kreuz, 360 Seiten, sFr. 30.50
ISBN: 978-3-451-61018-9

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Jörg Zink kehrt mit seinen Gedanken zum Anfang seines schriftstellerischen Wirkens zurück: wie kann das alte Buch „Bibel“ für den modernen Menschen erschlossen werden? Antworten sucht und findet er selber in den Anfänge des christlichen Glaubens. Dabei entwirft er auch Zukunftsvisionen, die auf grosser Erfahrung, vielen Gesprächen und Gedankengängen beruhen. Ganz schonungslos geht es manchmal „hart“ zur Sache, zum Beispiel, wenn er die Meinung vertritt, dass die Religion des Abendländers entschieden primitiver sei, als die vermeintlich primitiven Stammesreligionen von Naturvölkern. Wer seinen Glauben nicht hinterfragen will, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Wer in Glaubensfragen  Herausforderung, Orientierung und Weisheit sucht, ist mit dieser Lektüre bestimmt gut bedient.

Die verratene Prophetie

Die tschechoslowakische Untergrundkirche zwischen Vatikan und Kommunismus

Erwin Koller, Hans Küng, Peter Krizan

Die Verborgene Kirche in der Tschechoslowakei zur Zeit der kommunistischen Herrschaft wird oft als Untergrundkirche bezeichnet. Die «Samtene Revolution» von 1989 brachte diesen Katholikinnen nicht nur Befreiung, sondern auch neue Kontroversen und Verletzungen. Keiner hat dies so hart und bitter ausgesprochen wie Dušan Špiner, Bischof der Verborgenen Kirche: «Man nannte uns auch die Schweigende Kirche. Doch zum Schweigen brachten uns nicht die Kommunisten, sondern erst der Vatikan.» Felix Maria Davídek (1921-1988) war ein herausragender Protagonist der Verborgenen Kirche. Obwohl Papst Pius XII. schon in den 1950er-Jahren den Auftrag zur Bildung einer Untergrundstruktur gegeben hatte und Davídek im Zuge dieser römischen Strategie die Bischofsweihe erhielt, wurde er nicht nur von Seiten es Staates verfolgt, sondern stiess auch in der Kirche auf viel Misstrauen. Er war für jene, die sich lieber duckten oder gar mit dem atheistischen Regime zusammenarbeiteten, zu unbequem. Und den Vertretern des Regimes und ebenso seinen Kollegen im Bischofsamt begegnete er mit undiplomatischer Offenheit und wählte unkonventionelle Mittel der Seelsorge.

Das vorliegende Buch möchte einer breiten Leserschaft ein Bild dieser wenig bekannten Kirche und ihrer Bedeutung für die Weltkirche vermitteln. Die Herbert-Haag-Stiftung verlieh der Verborgenen Kirche der Tschechoslowakei am 2. April 2011 in Wien den «Preis für Freiheit in der Kirche» und setzte damit ein Zeichen der Erinnerung und gegen das Verschweigen.

1. Auflage 2011, Edition Exodus, 248 Seiten, sFr. 29.00
ISBN: 978-3-905577-79-2

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Ein Prophet ist dem Wortursprung nach ein „Sendbote“ oder „Fürsprecher“. In diesem Falle ist die Rede vom tschechischen Untergrundbischof Felix Maria Davidek, der, in Zeiten des Kommunismus,  auch Frauen und verheiratete Männer zu Priestern weihte. Verschiedene Autorinnen und Autoren zeichnen den Weg zur Entstehung einer Untergrundkirche mit allen Schwierigkeiten bis zur Auflösung nach. International ist die Herkunft der Texte: Aufsätze aus der Tschechei, Slowakei, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein fundiert geschriebenes, gut lesbares Buch, in welchem Themen zur Sprache kommen, die die Kirche nicht nur zur Zeiten des Kommunismus, sondern auch ganz aktuell beschäftigen. Ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte: wer weiss, vielleicht wird die Prophetie eines Tages doch noch Realität.

Seht her, nun mache ich etwas Neues

Wohin sich die Kirchen wandeln müssen

Paul M. Zulehner

Die Kirchen, zumal die katholische, stecken in einer Krise, wie es sie seit der Reformation nicht mehr gegeben hat. Die weltanschauliche Landschaft ist bunt und beweglich geworden. Skepsis und Suchen machen sich breit. Hinzu kommen kirchliche Missstände, die zu »Brandbeschleunigern« werden und die Loyalität selbst der treuesten Mitglieder schwer infrage stellen. Wohin geht in einer solch neuen Situation der Weg der christlichen Kirchen? Welche Visionen tragen sie? In welcher Gestalt können sie ihren Dienst am besten erfüllen?

Paul M. Zulehner stellt in seinem neuen Buch mehr Fragen als er beantwortet. Er dient damit der Nachdenklichkeit – und dem Hinhorchen auf Gottes Geist, der »Neues macht«. »Schon kommt es zum Vorschein«, so der Prophet zuversichtlich. »Merkt ihr es nicht?« (Jes 43,19)

1. Auflage 2011, Schwabenverlag, 144 Seiten, sFr. 25.90
ISBN: 978-3-7966-1551-1

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Eines der Werke von Max Frisch waren seine Fragebogen. In manchen Situationen ist es wichtig Fragen zu stellen. Paul Michael Zulehner, der Altmeister der Pastoraltheologie, stellt in seinem Werk auch Fragen. Wenn auch die Erhebungen und Zahlen, mit denen er arbeitet, aus österreichischen Verhältnissen stammen, können sie doch mehrheitlich auf die Schweiz übertragen werden. Im Moment sind verschiedenste Bücher von renommierten Theologinnen und Theologen auf dem Markt, die sich mit der Gegenwart und der Zukunft der Kirche befassen. Der Titel von Zulehner ist dabei vielleicht nicht der originellste, nicht der lauteste und auch nicht der seitenstärkste, aber er trifft in der Aufzählung Kernthemen und zeigt Möglichkeiten von gangbaren Wegen. Darüber kann und soll auch gestritten werden: es ist die Aufgabe der Theologie herauszufinden, zu forschen, zu präsentieren, zu provozieren, zu diskutieren. Nur eine lebendige Kirche hat Zukunftsaussichten.

Gott wohnt in unserer Mitte

Gottesdienste, die den Kirchenraum erschliessen

Elsbeth Bihler

Kirchen sind Orte des Gottesdienstes und der Gemeinschaft. Was aber bedeuten die einzelnen Gegenstände oder Symbole im Gotteshaus?

Dieser Band gibt Antworten darauf und bietet praxiserprobte Modelle für Wortgottesdienste mit Kindern, die einzelne Dinge und Orte, wie das Taufbecken oder den Altar, aufgreifen und deren symbolische Kraft erklären und erfahrbar machen. Die Einheiten eignen sich für die Verwendung in der Erstkommunionvorbereitung, im Religionsunterricht oder in der Gemeindekatechese.

1. Auflage 2011, Lahn, 192 Seiten, sFr. 23.50
ISBN: 978-37840-3486-7

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Im Bereich praktische Katechese ist die 1955 geborene Autorin längst ein Begriff. Nach ihrem Lehramtstudium für Grund- und Hauptschulen und dem Studium der Religionspädagogik arbeitet sie seit Jahren als Religionspädagogin in Schwarte (Deutschland). In ihrem neusten Werk besticht sie wieder durch die Anwendbarkeit ihrer Vorschläge, die in langjährige Praxis und der vertieften Arbeit mit Symbolen gewachsen sind. In den letzten Jahren hat die Kirchenraumpädagogik an Gewicht gewonnen. Ein Werk zum Einstieg dazu, vorwiegend für die Unter- und Mittelstufe, aber selbst für Erwachsene einsetzbar.