Mittwoch, 23. November 2011

Schritte in die Stille

Die grosse Schule der Meditation

Peter Wild

Wer meditiert, merkt schon sehr bald, dass die Meditationspraxis von zwei scheinbar gegenläufigen Tendenzen lebt: diszipliniert üben und sich beschenken lassen. In seinem neuen Buch widmet sich Peter Wild vor allem der Seite des Übens. Getragen von der jahrzehntelangen Erfahrung als Leiter von Meditationsseminaren entfaltet er Schritt für Schritt konkrete Impulse für den Übungsweg der Meditation. Vielfältige Anregungen machen sensibel für die nicht-machbare Dimension der Meditation: das Beschenkt-werden.

Peter Wild arbeitet als Erwachsenenbildner in der Evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich. Freiberuflich leitet er seit vielen Jahren Meditationskurse und Seminare zur Stress- und Burnoutprophylaxe im In- und Ausland. Der Theologe, Germanist und Religionswissenschaftler ist Autor zahlreicher Bücher über Meditation und Spiritualität.

1. Auflage 2011, Grünewald, 240 Seiten, sFr. 35.50
ISBN: 978-3-7867-2886-3

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler
Meditationsbücher oder Bücher mit Anleitungen zur Praxis der Meditation gibt es viele. Das Buch von Peter Wild ragt daraus hervor. „Schritte in die Stille“ ist ein praktisches Übungsbuch, kein Lesestoff zum Verschlingen. Der Untertitel „Die grosse Schule der Meditation“ verspricht nicht zuviel und es ist auf allen Seiten zu spüren, dass die Erkenntnisse aus der Praxis gewachsen sind: Peter Wild leitet seit 1975 Meditationsseminare, er hat schon einiges zum Thema veröffentlicht und ist ein Fachmann in diesem Gebiet. Das Buch eignet sich für Menschen, die einen Anfang im Bereich der Meditation wagen wollen, aber auch für Geübte. Es verwebt Erfahrungen aus verschiedenen Kulturen der Menschheit auf dem Boden des christlichen Glaubens. Bestimmt muss jede Anwenderin, jeder Anwender wieder seinen eigenen Weg, seinen eigenen Stil finden: eine gute Voraussetzung ist mit diesem Titel gelegt.

Franz und Klara von Assisi

Eine Doppelbiografie

Niklaus Kuster

Seit 800 Jahren fasziniert Franziskus mit seiner Liebe zur Welt, der spirituellen Tiefe, aus der er schöpft, und der Freiheit, in der er gelebt hat. Und Klara wird heute neu entdeckt: Gerade Frauen bewundern ihre sensibel-mutige Art, trotz vieler Widerstände eine eigene Form der Jesusnachfolge zu leben. Niklaus Kuster betrachtet erstmalig und umfassend das Leben und die Spiritualität der beiden Gestalten aus Assisi in ihrem Zusammenspiel. Kenntnisreich stellt er die äußeren und inneren Wege beider Heiliger dar und ermöglicht so einen bewegenden Einblick in zwei bis heute bedeutsame Lebensgeschichten.

Niklaus Kuster, Dr. theol. ist Franziskaner und ein ausgewiesener Spezialist für Franz und Klara von Assisi. Er studierte Geschichte, Theologie und Spiritualiät, lehrt an den Universitäten Luzern und Freiburg und ist Dozent an den Ordenshochschulen Münster und Madrid. Der vielgelesene Autor und Leiter von spirituellen Reisen lebt im Kapuzinerkloster Olten/Schweiz.

1. Auflage 201, Matthias-Grünewald, 240 Seiten, sFr. 28.50
ISBN: 978-3-7867-2801-6

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler
Franz von Assisi ist eine der am reichsten und meisten beschriebene Persönlichkeit in der Literatur. Fast unzählig sind die Bücher über sein Leben und Wirken. Braucht es da wirklich noch ein weiteres? Kann überhaupt noch etwas neues geschrieben werden? Niklaus Kuster, Schweizer Kapuziner und Spezialist für alles rund um Franz von Assisi, gelingt ein erfrischender, interessanter Ansatz: die Lebensgeschichten von Franz und Klara von Assisi in einer historisch verlässlichen Zusammenschau darzulegen. Nichts von romantischer Überhöhung oder psychologischen Tiefendeutungen, sondern, was unter anderem auch im Zeugnis von Bruder Rufin von Assisi, einem Cousin von Klara, zum Ausdruck kommt: historisch verbürgte Überlieferung. Für alle, die Franz und Klara schon immer mochten oder nächstens eine Reise nach Assisi planen: die geeignete Nachtlektüre.

Mittwoch, 14. September 2011

Das Böse

Drei Annäherungen

Ingolf U. Dalferth, Karl Kardinal Lehmann, Navid Kermani

Die Frage nach dem Ursprung des Bösen spielt nicht nur für die Theodizee (»Warum lässt Gott das zu?«), sondern auch für das Selbstverständnis des Menschen und die Beweggründe zu (un-)moralischem Handeln eine entscheidende Rolle. Was aber ist genau unter dem Bösen zu verstehen? Wo liegt sein Ursprung?

Mit seinen drei Beiträgen, des Theologen und Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth, des früheren Dogmatik-Professors und jetzigen Bischofs Karl Kardinal Lehmann und des Orientalisten und Schriftstellers Navid Kermani, bietet dieser Band Antworten aus der Sicht verschiedener Konfessionen und Religionen. Dabei geht es u.a. um die Unterscheidung zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Übeln, um die Freiheit des Menschen und seine Verantwortung für das Böse und um die Tradition der Gottesklage im Islam.

1. Auflage 2011, Herder, 118 Seiten, sFr. 24.50
ISBN: 978-3-451-34057-4

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Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als Innen

Lebensbilder der Mystik im 20. Jahrhundert

Gerhard Wehr

Mystische Erfahrung ist das Urphänomen allen religiösen Erlebens. Und nicht nur im Mittelalter machten Menschen Erfahrungen mit dem Urgrund des Seins.

Gerhard Wehr stellt 25 Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts vor, die in das Herz aller Religion eindrangen und ihr Leben und Denken im Horizont dieses Bewusstseins gestalteten. Rudolf Steiner, C.G. Jung und Martin Buber, Albert Schweitzer, Rilke, Teilhard de Chardin, Simone Weil, Dag Hammarskjöld, Dorothee Sölle und zahlreiche andere: Wehr erzählt die Biografie dieser Menschen, lässt sie in O-Tönen zu Wort kommen und erschliesst so die Grundlinien ihrer Erfahrungen und ihres Denkens. Ein kleines, lebendiges Handbuch als Ermutigung für die, die eigene Wege in die innere Welt suchen.

1. Auflage 2011, Vandenhoeck & Ruprecht, 176 Seiten, sFr. 21.90
ISBN: 978-3-525-40334-1

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Kommentar von Christina Herzog, CiG:
In den 25 Lebensbildern, die Gerhard Wehr nachzeichnet, geht es um Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die in ihren Biografien, Berufen, Interessen und Überzeugungen unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines teilen: die Sehnsucht und das Ergriffensein in der erlebten Gegenwart Gottes. Auch wenn man eine Begründung des Autors zur Auswahl der betreffenden Personen erwarten würde und sich leider nur zwei Frauen, Simone Weil und Dorothee Sölle, darin finden, überrascht die Zusammenstellung: Hier geht es nicht um weltfremde Sonderlinge, sondern um Personen, die ihr Menschsein mitten in der Welt wie Dietrich Bonhoeff er als „Dasein für andere“ leben. Politiker wie Dag Hammarskjöld,
Wissenschaftler wie Pierre Teilhard de Chardin oder Albert Schweitzer, Theologen wie Nathan Söderblom – sie alle schöpfen Kraft aus dieser inneren Quelle der persönlichen und unmittelbaren Gotteserfahrung. Stimmen aus der Dichtung wie Rainer Maria Rilke und Robert Musil zeigen, wie dieses tiefe religiöse Erleben seinen Ausdruck in der Poesie findet. Auch die östlich-fernöstliche Mystik und Spiritualität beeinflussen und beleben durch ihre vielgestaltigen Formen der Meditation, durch Yoga und Zen die westliche Religiosität. Wie die „Hochzeit von Ost und West“ gefeiert werden kann, ohne die je eigene Identität zu verlieren, wird eindrücklich an Beispielen wie Bede Griffiths, Hugo Enomiya-Lassalle oder dem hindu-christlichen Mönch Henri Le Saux gezeigt. Hier geht es nicht um Synkretismus oder Exotik, sondern um die Offenheit gegenüber einer religiösen Erlebensform, die nicht fremd und neu, sondern seit Beginn auch im Christentum verwurzelt ist.

Kämpfen, glauben, hoffen

Mein Leben Als Bischof am Amazonas

Erwin Kräutler

Todesdrohungen und eine Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis - Erwin Kräutler lebt mit beidem. Er ist Bischof in Xingu, einem der grössten Bistümer der Welt, mitten im brasilianischen Urwald. Dort kämpft er seit mehr als vierzig Jahren für die Rechte der Armen und Hilflosen.

In einer Art Tagebuch blickt Erwin Kräutler zurück auf 45 Jahre gewaltlosen Kampfes gegen skruppellose Politiker, einflussreiche Grossgrundbesitzer und all jene, die auf Kosten der Armen zu Reichtum kommen wollen. Seit den 1980er-Jahren wird er für seine Forderungen nach einem Leben in Würde für alle Menschen politisch verfolgt. Doch er lässt sich nicht beirren und gibt allen Ausgegrenzten und Stimmlosen Brasiliens eine Stimme.

Dieses Buch ist das Zeugnis eines Mannes, dessen Leben sich in beispielhafter Weise nach den Idealen des Evangeliums richtet - ein Leben geprägt von kämpfen, glauben, hoffen.

Bischof Erwin Kräutler, geboren 1939, kam 1965 als Missionar nach Brasilien. Seit 1980 ist er Bischof von Xingu und setzt sich dort für Umweltschutz und die Rechte der indigenen Völker ein. 2010 erhielt er für seine Arbeit den Alternativen Nobelpreis.

1. Auflage 2011, Vier Türme, 256 Seiten, sFr. 27.50
ISBN: 978-3-89680-534-8

Mittwoch, 6. Juli 2011

Afrika als Weltreligion

Zwischen Vereinnahmung und Idealisierung

Al Imfeld

Afrikanische Spiritualität gilt in der europäischen Wahrnehmung als Folklore, die teils fasziniert, teils aber auch befremdet. Al Imfeld, einer der grössten Afrikakenner Europas, gibt in diesem Buch zum ersten Mal einen breiten Einblick in das vielseitige religiöse Brauchtum Schwarzafrikas. Er stellt dieses auf eine Ebene mit den Weltreligionen Islam und Christentum. Nebst den Einflüssen anderer Religionen auf die traditionellen Religionen Afrikas widmet sich dieses Buch auch der Sklaverei und dem Exil, wo die Afrikaner in der Verschmelzung mit anderen Kulturen ihre Religion weiterentwickelten.

Es ist ein stark biografisch gefärbtes Buch, das die vielen persönlichen Begegnungen des Autors mit Afrika und all seinen Widersprüchen spiegelt.

1. Auflage 2011, Stämpfli, 192 Seiten, sFr. 39.00
ISBN: 978-3-7272-1314-4

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Weg-Worte

aus der Bahnhofkirche für 260 Werktage im Jahr

Toni Zimmermann und Roman Angst

Worte auf den Weg in den Tag. Worte, die gut tun und Mut machen. Worte, die berühren und bewegen. Und herausfordern. Worte aus dem Leben und für das Leben.
Die Weg-Worte der ökumenischen Bahnhofkirche Zürich sind ein kurzer spiritueller Impuls für den Weg in den Alltag, von Montag bis Freitag, Woche für Woche. Für Pendler, Reisende, Bahnhofsangestellte, Menschen aller Religionen und Konfessionen. Fotos rund um den Bahnhof zeigen Momente aus der Vielfalt an Leben, das sich an diesem oft pulsierenden Mittelpunkt einer Stadt antreffen lässt.

1. Auflage 2011, Theologischer Verlag Zürich, 336 Seiten, sFr. 35.00
ISBN: 978-3-290-20070-1

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Rezension: Christian Meyer, Buchhändler:
Die Lage der Bahnhofkirche in Zürich ist symptomatisch für die Lage der Kirchen insgesamt: der gewöhnlich Reisende muss sie schon willentlich aufsuchen, sonst stösst er eher zufällig darauf oder findet sie gar nicht. Umso beeindruckender ist die grosse Zahl von Menschen, die dieses Angebot wahrnehmen. Und bereichert werden. Im Rahmen dieser Arbeit darf ein Renner nicht fehlen: die Weg-Worte. Sie haben sogar ein Stammpublikum, die keines der Worte in den Tag verpassen. Nicht jeder Text ist immer gleich gut gelungen und nicht jeder Text passt zu jeder Situation. Für ein Bahnhofspublikum zu schreiben ist aber auch eine grosse Herausforderung: die Vielfältigkeit ist enorm. Wenn einige Weg-Worte nun in Buchform versammelt vorliegen, dient es dazu die Texte in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen und den für einem selber für den jeweiligen Tag entsprechendsten auszuwählen.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Das katholische Abenteuer

Eine Provokation

Matthias Matussek

Aus seiner katholischen Grundüberzeugung hat SPIEGEL-Autor Matthias Matussek nie einen Hehl gemacht. Er hält der hedonistischen Moderne in einem Essay über die „Sieben Todsünden“ eine politisch inkorrekte Gardinenpredigt. Er erläutert, warum Lügen in der Politik nicht lohnen. Er beschreibt die Nacht, in der der alte Papst starb, und beobachtet den neuen beim Besuch in dessen Heimatdorf. In Reportagen schildert er Baptisten und orthodoxe Juden in den USA, Favela-Priester in Rio de Janeiro und das Glaubensduell der Hitchens-Brüder in Grossbritannien.

Da der Glaube eine persönliche Angelegenheit ist, ist auch dieses Buch eine: Matussek erzählt, wie er wurde, was er ist – und legt, auf seine Art, Zeugnis ab.

1. Auflage 2011, Spiegel-Buchverlag, 368 Seiten, sFr. 30.90
ISBN: 978-3-421-04514-0

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Kommentar von Ulrich Greiner aus "DIE ZEIT":

Nieder mit der Ironie!
Matthias Matussek verteidigt die katholische Kirche. Unser ironisches Zeitalter ist Bekenntnissen nicht hold. Sichtbar Gläubige, am ehesten unter Muslimen zu finden, kommen einem leicht peinlich oder atavistisch vor. Unter Christen jedenfalls herrscht die Neigung, sich schamhaft zu verbergen oder die Botschaft ins Weltlich-Bekömmliche hinein zu verdünnen.
Anders Matthias Matussek, überzeugter Katholik, überzeugter Spiegel- Redakteur und folglich ebenso streitlustig wie streiterprobt. In seinem Buch Das katholische Abenteuer. Eine Provokation bricht er zahlreiche Lanzen für die katholische Kirche, gerade für ihre schwierigsten Seiten, und lässt den Leser belebt zurück, belebt durch Unerschrockenheit und Witz, durch Leidenschaft und Kenntnis. Matussek erklärt den Begriff der Sünde, verteidigt den Zölibat und die nichtdemokratische Verfasstheit der Kirche, schwärmt für ihre transzendentale, mit dem gängigen Relativismus unvereinbare Wahrheit, nimmt polemisch Partei in der Islamdebatte (für Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali, gegen Christian Wulff ). Einmal zitiert er den späten Benn: "Ich habe mich oft gefragt, woher das Sanfte und das Gute kommt, weiss es auch heute nicht, und muss nun gehen."  Ja, woher kommt es? Es kann nur ein Wunder sein, ein Mysterium. Matussek, der einer zugleich liberalen und erzkatholischen Familie entstammt, hat jene dumpfe Verdruckstheit, gegen die Heinrich Böll gekämpft hat, offenbar nicht erlebt oder gnädig übersehen. Sein Buch ist eine Streitschrift, da schenkt man sich die Argumente des Gegners. Gegner hat die Kirche genug; selten und schön, dass einer mit Lust und Schwung daherkommt, ihr beizustehen.“

Mittwoch, 1. Juni 2011

Vom Geist des frühen Christentums

Den Ursprung wissen - das Ziel nicht verfehlen

Jörg Zink kehrt mit diesem Buch zu den Quellen seines Wirkens zurück: Der Erschliessung der Bibel für Menschen heute. Es entführt uns in die Zeit Jesu und der Entstehung des Neuen Testaments. Mit einer unglaublichen Lebendigkeit erzählt Zink von dem, was jeden beschäftigt, der die Bibel in die Hand nimmt: Wie ist die Bibel entstanden? Welches sind die ursprünglichsten Schriften des Neuen Testaments? Und wo sind wir der ursprünglichen Botschaft Jesu besonders nahe? Dabei bleibt Zink nicht in der Historie stecken, sondern entwickelt Visionen für die Zukunft des Christentums und setzt sich kritisch mit der Kirchenlandschaft von heute auseinander.

»Vom Geist des frühen Christentums« ist ein Grundlagenwerk über die Wurzeln des christlichen Glaubens und die Zukunft der Religion.

1. Auflage 2011, Kreuz, 360 Seiten, sFr. 30.50
ISBN: 978-3-451-61018-9

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Jörg Zink kehrt mit seinen Gedanken zum Anfang seines schriftstellerischen Wirkens zurück: wie kann das alte Buch „Bibel“ für den modernen Menschen erschlossen werden? Antworten sucht und findet er selber in den Anfänge des christlichen Glaubens. Dabei entwirft er auch Zukunftsvisionen, die auf grosser Erfahrung, vielen Gesprächen und Gedankengängen beruhen. Ganz schonungslos geht es manchmal „hart“ zur Sache, zum Beispiel, wenn er die Meinung vertritt, dass die Religion des Abendländers entschieden primitiver sei, als die vermeintlich primitiven Stammesreligionen von Naturvölkern. Wer seinen Glauben nicht hinterfragen will, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Wer in Glaubensfragen  Herausforderung, Orientierung und Weisheit sucht, ist mit dieser Lektüre bestimmt gut bedient.

Die verratene Prophetie

Die tschechoslowakische Untergrundkirche zwischen Vatikan und Kommunismus

Erwin Koller, Hans Küng, Peter Krizan

Die Verborgene Kirche in der Tschechoslowakei zur Zeit der kommunistischen Herrschaft wird oft als Untergrundkirche bezeichnet. Die «Samtene Revolution» von 1989 brachte diesen Katholikinnen nicht nur Befreiung, sondern auch neue Kontroversen und Verletzungen. Keiner hat dies so hart und bitter ausgesprochen wie Dušan Špiner, Bischof der Verborgenen Kirche: «Man nannte uns auch die Schweigende Kirche. Doch zum Schweigen brachten uns nicht die Kommunisten, sondern erst der Vatikan.» Felix Maria Davídek (1921-1988) war ein herausragender Protagonist der Verborgenen Kirche. Obwohl Papst Pius XII. schon in den 1950er-Jahren den Auftrag zur Bildung einer Untergrundstruktur gegeben hatte und Davídek im Zuge dieser römischen Strategie die Bischofsweihe erhielt, wurde er nicht nur von Seiten es Staates verfolgt, sondern stiess auch in der Kirche auf viel Misstrauen. Er war für jene, die sich lieber duckten oder gar mit dem atheistischen Regime zusammenarbeiteten, zu unbequem. Und den Vertretern des Regimes und ebenso seinen Kollegen im Bischofsamt begegnete er mit undiplomatischer Offenheit und wählte unkonventionelle Mittel der Seelsorge.

Das vorliegende Buch möchte einer breiten Leserschaft ein Bild dieser wenig bekannten Kirche und ihrer Bedeutung für die Weltkirche vermitteln. Die Herbert-Haag-Stiftung verlieh der Verborgenen Kirche der Tschechoslowakei am 2. April 2011 in Wien den «Preis für Freiheit in der Kirche» und setzte damit ein Zeichen der Erinnerung und gegen das Verschweigen.

1. Auflage 2011, Edition Exodus, 248 Seiten, sFr. 29.00
ISBN: 978-3-905577-79-2

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Ein Prophet ist dem Wortursprung nach ein „Sendbote“ oder „Fürsprecher“. In diesem Falle ist die Rede vom tschechischen Untergrundbischof Felix Maria Davidek, der, in Zeiten des Kommunismus,  auch Frauen und verheiratete Männer zu Priestern weihte. Verschiedene Autorinnen und Autoren zeichnen den Weg zur Entstehung einer Untergrundkirche mit allen Schwierigkeiten bis zur Auflösung nach. International ist die Herkunft der Texte: Aufsätze aus der Tschechei, Slowakei, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein fundiert geschriebenes, gut lesbares Buch, in welchem Themen zur Sprache kommen, die die Kirche nicht nur zur Zeiten des Kommunismus, sondern auch ganz aktuell beschäftigen. Ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte: wer weiss, vielleicht wird die Prophetie eines Tages doch noch Realität.

Seht her, nun mache ich etwas Neues

Wohin sich die Kirchen wandeln müssen

Paul M. Zulehner

Die Kirchen, zumal die katholische, stecken in einer Krise, wie es sie seit der Reformation nicht mehr gegeben hat. Die weltanschauliche Landschaft ist bunt und beweglich geworden. Skepsis und Suchen machen sich breit. Hinzu kommen kirchliche Missstände, die zu »Brandbeschleunigern« werden und die Loyalität selbst der treuesten Mitglieder schwer infrage stellen. Wohin geht in einer solch neuen Situation der Weg der christlichen Kirchen? Welche Visionen tragen sie? In welcher Gestalt können sie ihren Dienst am besten erfüllen?

Paul M. Zulehner stellt in seinem neuen Buch mehr Fragen als er beantwortet. Er dient damit der Nachdenklichkeit – und dem Hinhorchen auf Gottes Geist, der »Neues macht«. »Schon kommt es zum Vorschein«, so der Prophet zuversichtlich. »Merkt ihr es nicht?« (Jes 43,19)

1. Auflage 2011, Schwabenverlag, 144 Seiten, sFr. 25.90
ISBN: 978-3-7966-1551-1

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Eines der Werke von Max Frisch waren seine Fragebogen. In manchen Situationen ist es wichtig Fragen zu stellen. Paul Michael Zulehner, der Altmeister der Pastoraltheologie, stellt in seinem Werk auch Fragen. Wenn auch die Erhebungen und Zahlen, mit denen er arbeitet, aus österreichischen Verhältnissen stammen, können sie doch mehrheitlich auf die Schweiz übertragen werden. Im Moment sind verschiedenste Bücher von renommierten Theologinnen und Theologen auf dem Markt, die sich mit der Gegenwart und der Zukunft der Kirche befassen. Der Titel von Zulehner ist dabei vielleicht nicht der originellste, nicht der lauteste und auch nicht der seitenstärkste, aber er trifft in der Aufzählung Kernthemen und zeigt Möglichkeiten von gangbaren Wegen. Darüber kann und soll auch gestritten werden: es ist die Aufgabe der Theologie herauszufinden, zu forschen, zu präsentieren, zu provozieren, zu diskutieren. Nur eine lebendige Kirche hat Zukunftsaussichten.

Gott wohnt in unserer Mitte

Gottesdienste, die den Kirchenraum erschliessen

Elsbeth Bihler

Kirchen sind Orte des Gottesdienstes und der Gemeinschaft. Was aber bedeuten die einzelnen Gegenstände oder Symbole im Gotteshaus?

Dieser Band gibt Antworten darauf und bietet praxiserprobte Modelle für Wortgottesdienste mit Kindern, die einzelne Dinge und Orte, wie das Taufbecken oder den Altar, aufgreifen und deren symbolische Kraft erklären und erfahrbar machen. Die Einheiten eignen sich für die Verwendung in der Erstkommunionvorbereitung, im Religionsunterricht oder in der Gemeindekatechese.

1. Auflage 2011, Lahn, 192 Seiten, sFr. 23.50
ISBN: 978-37840-3486-7

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Kommentar von Christian Meyer, Buchhändler:
Im Bereich praktische Katechese ist die 1955 geborene Autorin längst ein Begriff. Nach ihrem Lehramtstudium für Grund- und Hauptschulen und dem Studium der Religionspädagogik arbeitet sie seit Jahren als Religionspädagogin in Schwarte (Deutschland). In ihrem neusten Werk besticht sie wieder durch die Anwendbarkeit ihrer Vorschläge, die in langjährige Praxis und der vertieften Arbeit mit Symbolen gewachsen sind. In den letzten Jahren hat die Kirchenraumpädagogik an Gewicht gewonnen. Ein Werk zum Einstieg dazu, vorwiegend für die Unter- und Mittelstufe, aber selbst für Erwachsene einsetzbar.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Maria

Das grosse Werkbuch für Gottesdienst und Gemeindearbeit

Maria, die Mutter Jesu, gilt vielen Menschen als besonderes Vorbild des Glaubens, als Fürsprecherin und Wegbereiterin. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich vielfältige Frömmigkeitsformen entwickelt, die sich in Festen,
Andachten und Wallfahrten, in Gebeten, Liedern und Bildern widerspiegeln.

Das neue Werkbuch bietet zahlreiche erprobte Materialien und inspirierende Ideen für Gottesdienst und Gemeindearbeit. Ob man eine Predigt oder ein Gebet für ein Marienfest sucht, eine Idee für eine Maiandacht oder einen Kindergottesdienst –hier findet man das Passende. Hilfreiche Register und eine übersichtliche Gliederung machen das Buch zu einer unverzichtbaren Arbeitshilfe.

1. Auflage 2011, Schwabenverlag, sFr. 30.50
ISBN: 978-3-7966-1541-2

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Maria

Papst Benedikt XVI. über die Gottesmutter


Maria, die Jungfrau, die Mutter, zeigt uns, was Liebe ist und von wo sie ihren Ursprung, die immer erneuerte Kraft nimmt (Papst Benedikt XVI.). Dieses Buch verbindet in einzigartiger Weise Papst Benedikt XVI. vor den schönsten Darstellungen der Gottesmutter mit Mariengebeten und Aussagen des Heiligen Vaters über Maria, die Mutter aller Glaubenden, und ihre Botschaft an uns.

1. Auflage 2008, Sankt Ulrich, 160 Seiten, sFr. 30.50
ISBN: 978-3-86744-045-5

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Mittwoch, 23. Februar 2011

Einfach katholisch

Was katholische Christen glauben und wie sie feiern.
Das Wichtigste im Überblick - Der Kirchen-Knigge



Taufe, Trauung oder Begräbnis - jeder muss einmal zu einer liturgischen Feier. Doch was passiert dort und wie verhält man sich? Dieses Buch gibt grundlegende Antworten. Es erklärt die verschiedenen Feiern in der Kirche, die wichtigsten Feste im Jahreskreis und liefert Hintergrundinformationen zu Gott, Ethik und Glauben in der Welt von heute.

1. Auflage 2010, Tyrolia, 208 Seiten, sFr. 27.50
ISBN: 978-3-7022-3095-1
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"Das Buch liest sich flüssig und auch ohne katholisches Vorwissen, was dem Autor grosse Geschicklichkeit abfordert. Das Buch kommt von der praktischen Seite. Es erklärt beispielsweise anhand einer Tabelle, wie eine Kindstaufe abläuft, woraufhin die einzelnen Elemente theologisch eingeordnet und erklärt werden. Die Fragen, die den einzelnen Abschnitten ihre Namen geben, sind kindhaft schlicht, wie: Warum feiern Christen Ostern? Die Antworten informieren präzise, konkret und dennoch keineswegs flach. Theodizee, Dreifaltigkeit oder Erbsünde: Keine Klippe wird umschifft, sondern alles direkt angesteuert. Der Autor wirkt neben seiner theologischen Lehrtätigkeit auch als ständiger Diakon. Seinem Buch ist der tägliche Kontakt mit fragenden und suchenden Menschen wohltuend anzumerken." Radio Vatikan Januar 2011

Credo

Ein Glaube, der alle verbindet

David Steindl-Rast

Mit einem Vorwort des Dalai Lamas

Es besteht nur aus 77 Worten. Das apostolische Credo ist die älteste erhaltene Zusammenfassung des christlichen Glaubens. Jeden Satz befragt Steindl-Rast: »Was heisst das eigentlich?«, »Woher wissen wir das?« Und: »Warum ist das so wichtig?« Und plötzlich spricht dieser alte Text ganz neu und enthüllt eine universelle Botschaft von Vertrauen, Mitgefühl, Frieden, Liebe und Erkenntnis.

1. Auflage 2011, Herder, 239 Seiten, sFr. 28.90
ISBN: 978-3-451-30356-2

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Gute Gründe für Gott

Die zehn Gebote in unserer Zeit

Stephan Sigg

Die Zehn Gebote – neu und herausfordernd erzählt. Da lässt einen die beste Freundin plötzlich links liegen wegen der neuen Mitschülerin. Oder man hat Mist gebaut und fragt sich, wie man am besten wieder aus der Sache rauskommt.
Nicht immer fallen die Entscheidungen so aus, wie wir es erwarten würden.

Stephan Sigg interpretiert die Zehn Gebote neu - herausfordernd und mitten ins Herz unserer Zeit. Geschichten, die einen nicht mehr loslassen und zeigen: Es gibt mehr als einen guten Grund, auf Gott zu vertrauen. Das ideale Geschenk zur Konfirmation oder Firmung.

1. Auflage 2011, Gabriel, 192 Seiten, sFr. 23.50
ISBN: 978-3522-30237-1

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"In zehn Kurzgeschichten konfrontiert der Autor seine jugendlichen Leser mit Alltagssituationen. Diese sind lebensnah beschrieben und jeder Leser -egal ob jung oder alt- hat die Chance sich in ihnen zu finden. ...
Verschiedene Blickwinkel werden in diesen Geschichten sichtbar. Aber der Anspruch des Autors geht über das Unterhalten wollen hinaus. Er lädt seine Leser ein den zehn Geboten Gottes in seinen Kurzgeschichten auf die Spur zu kommen. Je nachdem wie die Leser mit den zehn Geboten vertraut sind, wird der Schweregrad sein. Aber keine Angst, auf der letzten Seite des Buches sind die Lösungen zu finden.
Erfreulich, dass der Theologe Stephan Sigg in seinen Geschichten auf missionarische Textpassagen verzichtet hat. Gott, ja nicht einmal der Glaube an ihn spielen eine vordergründige Rolle in den Geschichten und doch haben sie alle mit Gottes Geboten zu tun, wenn man sie kennt. In diesem Spannungsfeld sind die Geschichten zu lesen.
Für mich ist dieses Buch und die Idee, Jugendliche auf diesem Wege die Gebote Gottes erfahrbar zu machen, eine gute Chance sich mit dem Glauben an Gott zu beschäftigen und eventuell die Gebote Gottes mit in den Alltag zu holen." Christian Döring