Drei Annäherungen
Ingolf U. Dalferth, Karl Kardinal Lehmann, Navid Kermani
Die Frage nach dem Ursprung des Bösen spielt nicht nur für die Theodizee (»Warum lässt Gott das zu?«), sondern auch für das Selbstverständnis des Menschen und die Beweggründe zu (un-)moralischem Handeln eine entscheidende Rolle. Was aber ist genau unter dem Bösen zu verstehen? Wo liegt sein Ursprung?
Mit seinen drei Beiträgen, des Theologen und Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth, des früheren Dogmatik-Professors und jetzigen Bischofs Karl Kardinal Lehmann und des Orientalisten und Schriftstellers Navid Kermani, bietet dieser Band Antworten aus der Sicht verschiedener Konfessionen und Religionen. Dabei geht es u.a. um die Unterscheidung zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Übeln, um die Freiheit des Menschen und seine Verantwortung für das Böse und um die Tradition der Gottesklage im Islam.
1. Auflage 2011, Herder, 118 Seiten, sFr. 24.50
ISBN: 978-3-451-34057-4
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Mittwoch, 14. September 2011
Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als Innen
Lebensbilder der Mystik im 20. Jahrhundert
Gerhard Wehr
Mystische Erfahrung ist das Urphänomen allen religiösen Erlebens. Und nicht nur im Mittelalter machten Menschen Erfahrungen mit dem Urgrund des Seins.
Gerhard Wehr stellt 25 Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts vor, die in das Herz aller Religion eindrangen und ihr Leben und Denken im Horizont dieses Bewusstseins gestalteten. Rudolf Steiner, C.G. Jung und Martin Buber, Albert Schweitzer, Rilke, Teilhard de Chardin, Simone Weil, Dag Hammarskjöld, Dorothee Sölle und zahlreiche andere: Wehr erzählt die Biografie dieser Menschen, lässt sie in O-Tönen zu Wort kommen und erschliesst so die Grundlinien ihrer Erfahrungen und ihres Denkens. Ein kleines, lebendiges Handbuch als Ermutigung für die, die eigene Wege in die innere Welt suchen.
1. Auflage 2011, Vandenhoeck & Ruprecht, 176 Seiten, sFr. 21.90
ISBN: 978-3-525-40334-1
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Kommentar von Christina Herzog, CiG:
In den 25 Lebensbildern, die Gerhard Wehr nachzeichnet, geht es um Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die in ihren Biografien, Berufen, Interessen und Überzeugungen unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines teilen: die Sehnsucht und das Ergriffensein in der erlebten Gegenwart Gottes. Auch wenn man eine Begründung des Autors zur Auswahl der betreffenden Personen erwarten würde und sich leider nur zwei Frauen, Simone Weil und Dorothee Sölle, darin finden, überrascht die Zusammenstellung: Hier geht es nicht um weltfremde Sonderlinge, sondern um Personen, die ihr Menschsein mitten in der Welt wie Dietrich Bonhoeff er als „Dasein für andere“ leben. Politiker wie Dag Hammarskjöld,
Wissenschaftler wie Pierre Teilhard de Chardin oder Albert Schweitzer, Theologen wie Nathan Söderblom – sie alle schöpfen Kraft aus dieser inneren Quelle der persönlichen und unmittelbaren Gotteserfahrung. Stimmen aus der Dichtung wie Rainer Maria Rilke und Robert Musil zeigen, wie dieses tiefe religiöse Erleben seinen Ausdruck in der Poesie findet. Auch die östlich-fernöstliche Mystik und Spiritualität beeinflussen und beleben durch ihre vielgestaltigen Formen der Meditation, durch Yoga und Zen die westliche Religiosität. Wie die „Hochzeit von Ost und West“ gefeiert werden kann, ohne die je eigene Identität zu verlieren, wird eindrücklich an Beispielen wie Bede Griffiths, Hugo Enomiya-Lassalle oder dem hindu-christlichen Mönch Henri Le Saux gezeigt. Hier geht es nicht um Synkretismus oder Exotik, sondern um die Offenheit gegenüber einer religiösen Erlebensform, die nicht fremd und neu, sondern seit Beginn auch im Christentum verwurzelt ist.
Kämpfen, glauben, hoffen
Mein Leben Als Bischof am Amazonas
Erwin Kräutler
Todesdrohungen und eine Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis - Erwin Kräutler lebt mit beidem. Er ist Bischof in Xingu, einem der grössten Bistümer der Welt, mitten im brasilianischen Urwald. Dort kämpft er seit mehr als vierzig Jahren für die Rechte der Armen und Hilflosen.
Erwin Kräutler
Todesdrohungen und eine Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis - Erwin Kräutler lebt mit beidem. Er ist Bischof in Xingu, einem der grössten Bistümer der Welt, mitten im brasilianischen Urwald. Dort kämpft er seit mehr als vierzig Jahren für die Rechte der Armen und Hilflosen.In einer Art Tagebuch blickt Erwin Kräutler zurück auf 45 Jahre gewaltlosen Kampfes gegen skruppellose Politiker, einflussreiche Grossgrundbesitzer und all jene, die auf Kosten der Armen zu Reichtum kommen wollen. Seit den 1980er-Jahren wird er für seine Forderungen nach einem Leben in Würde für alle Menschen politisch verfolgt. Doch er lässt sich nicht beirren und gibt allen Ausgegrenzten und Stimmlosen Brasiliens eine Stimme.
Dieses Buch ist das Zeugnis eines Mannes, dessen Leben sich in beispielhafter Weise nach den Idealen des Evangeliums richtet - ein Leben geprägt von kämpfen, glauben, hoffen.
Bischof Erwin Kräutler, geboren 1939, kam 1965 als Missionar nach Brasilien. Seit 1980 ist er Bischof von Xingu und setzt sich dort für Umweltschutz und die Rechte der indigenen Völker ein. 2010 erhielt er für seine Arbeit den Alternativen Nobelpreis.
1. Auflage 2011, Vier Türme, 256 Seiten, sFr. 27.50
ISBN: 978-3-89680-534-8
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